Vor ein paar Wochen war ich mit meinem Outdoor Education Kurs für vier Tage auf einem Trip. Die Zeit vom 24. Bis zum 27.September 2019 haben wir im Mount Remarkable National Park verbracht. Ich fand den Trip sehr cool, nicht nur, weil ich dadurch vier Tage weniger Schule hatte, sondern weil ich so viele schöne Orte gesehen hab und die Natur hier in South Australia nochmal ganz anders kennenlernen durfte.
Tag 1
„Früh morgens“ um 8.30 Uhr haben wir uns an der Schule getroffen und haben uns zu 13t, zusammen mit zwei Lehrern und einem kleinen Bus auf den Weg gemacht. Wir hatten schon vorher alle wichtigen Sachen, also Rucksack, Zelt, Schlafsack, Kochzeug, etc. mit nach Hause genommen und mit unseren persönlichen Sachen zusammen in den Rucksack eingepackt. Die Fahrt hat insgesamt bestimmt 4 Stunden gedauert und zum Mittag gab es ein ekliges $10 Sandwich aus einer kleinen Stadt. Als wir dann endlich in Mount Remarkable ankamen, war die Aussicht zwar recht schick, aber ich musste feststellen, dass meine zwei Toasts leider, leider nicht mehr in meinen Rucksack gepasst haben und ich sie deshalb zusammenquetschen musste.
Als dann alle ihren Rucksack auf, Sonnencreme im Gesicht, Hut aufm Kopf und einen Wanderstock mit einer Karte in der Hand hatten, ging es auch schon los. Ich bin mir nicht mehr sicher, wie viel wir am ersten Tag gelaufen sind, ich denke es waren nur um die 4-5 km, aber es kam mir sehr viel länger vor. Anfangs war es noch etwas ungewohnt mit dem Rucksack zu laufen, meiner hat ja auch 19kg gewogen, aber ich hab mich schnell dran gewöhnt. Da Willem (der Holländer) und ich beide keinen Plan vom Kartenlesen hatten, sind wir erstmal den anderen hinterhergedackelt und haben einfach darauf vertraut, dass wir schon richtig laufen. Das war dann auch ein Glück so, aber in den nächsten Tagen hab ich dann auch nach und nach gelernt, wie man diese Karten liest, so kompliziert ist das ja auch wieder nicht.
An unserem heutigen „Zeltplatz“, Goat Rock, kamen wir zur Abenddämmerung an und haben auch direkt angefangen unser Zelt aufzubauen. Ich war in einem Zelt mit Charlotte und Sophie, den einzigen anderen Mädchen die auf dem Trip dabei waren. Zum Kochen hatten wir vorher schon Gruppen gebildet und mussten einen Essensplan machen, wobei ich für lunch (also Mittag) zuständig war. Da wir ein bisschen gemütlich unterwegs waren, mussten wir dann im Dunkeln kochen, wobei uns leider die Spaghetti angebrannt sind, haha. War aber trotzdem sehr lecker, obwohl wir den Campingkocher im Dunkeln nicht ganz sauber bekommen haben (iehh). Am Abend haben wir alle noch entspannt gequatscht und sind dann schlafen gegangen.
Tag 2
Die erste Nacht war richtig schlimm. Obwohl ich alle meine Sachen die ich dabei hatte, anhatte, war mir super kalt und der Boden war trotz Isomatte und Luftmatratze steinhart. Aber dafür hat Tom, der fürs Frühstück verantwortlich war, Rührei mit Pilzen und Tomate und so verschiedenen Kräutern gemacht, was richtig lecker war und deshalb war mein Start in den Tag dann doch nur halb so schlimm. Wir haben, immer noch im Halbdunkel, weil Goat Rock so ein Tal ist mit Bergen rundherum, unsere nassen Zelte eingepackt und uns auf den Weg zu unserem nächsten Campground Gray’s Hut gemacht.
Dieser Weg war sehr anstrengend, da wir mehrere Berge hochlaufen mussten und es ziemlich warm (na ja, so um die 25 grad vielleicht) war. Auf dem Weg hab ich sogar ab und zu mal gewusst, wo wir uns auf der Karte gerade befinden und wir haben tote Schafe und lebendige Kängurus gesehen. Ich fand das ganze Wandern ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, weil ich da immer mit den anderen quatschen konnte und deswegen relativ abgelenkt von dem Weg war. Da wir früh morgens losgelaufen sind waren wir schon gegen Mittag da und konnten ganz entspannt unsere Zelte aufschlagen. Das Beste an unserem Neuen Aufenthaltsort war, dass man dort Zugang zu frischem Wasser und einem Plumpsklo hatte.
Irgendwie war ich voll darauf eingestellt, dass wir den restlichen Tag entspannt an unserer Zeltstelle verbringen, aber kaum hatten wir uns niedergelassen, mussten wir auch schon wieder loslaufen. Das Ziel war ein Summit, 5km entfernt, wo wir Mittag essen sollten. Mittlerweile war es wirklich warm geworden und die Sonne brannte sehr stark. Auf dem Weg zum Summit sind wir mehrere unglaublich steile Berge hoch- und runtergelaufen und alle waren super erschöpft. Dann war ich auch noch die einzige aus meiner Gruppe von 5 Leuten, die Wasser mitgenommen hat, weshalb das auch schon nach der Hälfte der Strecke leer war. Als wir am Ziel waren, haben wir Sandwiches gegessen und ich bin endlich eins meiner Toastbrote losgeworden. Im Nachhinein würd ich jetzt nicht sagen, dass wir da unbedingt hätten hinwandern müssen, aber die Aussicht war ganz nett und wir haben auch wieder ein paar Kängurus gesehen.
Auf dem Weg zurück sind ein paar von uns fast dehydriert, weil ja wie gesagt kaum einer Wasser mitgenommen hatte und es ziemlich warm war, aber es war dann doch aushaltbar, immerhin hatten wir an unserer Zeltstelle Zugang zu Regenwasser. Dieses Mal haben wir beschlossen extra früh mit dem Kochen anzufangen, damit wir nicht wieder im Dunkeln essen müssen und auch noch unseren Campingkocher richtig putzen können, deshalb waren wir dann auch schon um halb fünf am Essen.
Am Abend haben wir dann noch einen super schönen Sonnenuntergang vom Berg aus gesehen. Als wir diesen wieder runtergelaufen sind, hat plötzlich jemand gerufen „Watch out, there’s a snake!“. Ich dachte erst, der will uns reinlegen, aber tatsächlich war auf dem Weg direkt vor uns eine kleine Braunschlange. Wir sind schnell drumrumgelaufen und erst im Nachhinein wurde uns erzählt, wie gefährlich Babyschlangen eigentlich sind, weil sie wohl noch nicht wissen, wie sie ihr Gift richtig dosieren und man bei einem Biss dann direkt sterben kann. Nach diesem aufregenden Erlebnis haben wir Marshmallows über dem Campingkocher gegessen und sind dann auch schlafen gegangen.
Tag 3
Heute stand die längste Wanderung des ganzen Camps an einem Stück an, denn wir sollten über 10km von Gray’s Hut bis zu unserem Startpunkt, wo immer noch unser Bus stand, wandern. Die Nacht war wieder einmal sehr kalt und unbequem, aber zum Frühstück gab es warmes Porridge, das überraschenderweise sogar richtig lecker war. Dann wurde mir erklärt, wie wir heute laufen und was das Ziel ist. Wir sind nämlich quasi im Nordosten von Mt Remarkable National Park gestartet, dann südlich gelaufen, und sollten heute wieder zurück in den Norden, aber auf einem anderen Weg, unter anderem auch dem Heysen Trail, so einem berühmten Wandererpfad.
Die 10km waren das anstrengendste, was wir bisher gemacht haben, da es auf steilen Bergen immer wieder auf und ab ging. Wir haben alle unsere Wasservorräte aufgefüllt, um für den Weg vorbereitet zu sein. Das war zwar einerseits gut, denn wir hatten ausreichend Wasser, andererseits mussten wir das ganze Gewicht aber auch mitschleppen. Da wir unsere Route selbst wählen konnten, sind wir auf kleineren Pfaden gelaufen und immer wieder über Zäune geklettert.
Als wir dann gegen Mittag endlich wieder am Bus angekommen sind, waren wir super erschöpft und glücklich über die Klimaanlage. Mit dem Bus sind wir dann zur Alligator Gorge gefahren, wo es Wasser und Plumpsklos gab. Da wir diesmal unseren Bus nur 400m von unserem Campingplatz entfernt parken konnten, hab ich mir erstmal direkt zwei extra Isomatten aus unserem Anhänger mitgenommen. Als wir unsere Zelte aufgestellt haben, gab es dann ein letztes Mal meine Sandwiches zum Mittag, die alle sehr lecker fanden.
Weil wir ja schonmal bei der Alligator Gorge waren, wollten wir uns die natürlich auch angucken und das fing schon ziemlich schlecht an, denn ich bin in ein Ameisenloch getreten und wurde von diesen riesigen Feuerameisen gebissen. Und es wurde nicht viel besser, denn:
Es gab eine Fehlkommunikation in unserer Gruppe und wir haben Laitsi verloren. Es hieß nämlich am Anfang, alle sollten dem grünen 7km Pfad durch die Gorge folgen. Unsere Gruppe hat sich am jedoch am Anfang schon in zwei Gruppen geteilt, eine Gruppe (in der ich auch war) mit 8 Leuten und hinter uns die restlichen Schüler mit den Lehrern. Das lief auch alles sehr gut und die Alligator Gorge war auch sehr schön, doch dann waren wir einem aus unserer Gruppe etwas zu langsam und er ist einfach weitergelaufen. Ein paar mal haben wir ihn dann gerufen, aber das hat ihn nicht so gestört. Irgendwann kamen wir dann zu einer Gabelung an der wir nicht wussten, welchen Weg wir nehmen sollten und warteten dort auf den Rest der Truppe, die nicht so happy waren.
Lange rede kurzer Sinn, wir sind alle Laisti suchen gegangen und haben ihn dann auch gefunden. Als wir dann endlich wieder an unserem Zeltplatz waren, war es aber leider schon dunkel. Wir haben also wieder einmal im Dunkeln Abendbrot auf dem Campingkocher kochen müssen, es gab Reis mit Bohnen und Soße und es war super lecker! Als wir alles abgewaschen hatten, haben wir noch eine kleine Nachtwanderung gemacht und haben gleich 4 Redback Spiders, eine der giftigsten Spinnen weltweit gesehen (aber keiner wurde gebissen).
Tag 4
Diese Nacht war sehr angenehm, weil ich ja diesmal meine ganzen Isomatten hatte. Nachdem wir ein letztes Mal Frühstück gegessen haben (French Toast, es war sehr, sehr lecker), schleppten wir all unsere Sachen wieder zum Camper und unserem Bus. Dort haben wir alle von der Schule geliehenen Sachen aussortiert und unsere persönlichen Sachen in den Bus gepackt. Als „Bestrafung“ dafür, dass wir gestern einen Schüler verloren hatten, sind wir nochmal durch Alligator Gorge gelaufen und mussten 10 Gruppenfotos machen. Das war aber halb so schlimm, denn wir konnten die Gorge nochmal in einem ganz anderen Licht angucken, was auch schön war.
Nachdem wir das erledigt hatten, ging es auch schon wieder in den Bus und wir machten uns auf den Weg zurück. Wir haben wieder in einem etwas kleineren Ort gehalten, aber diesmal gab es leckeres Essen und frisches Wasser. Die Rückfahrt war nicht besonders spannend, wir haben die meiste Zeit gequatscht oder geschlafen. Wieder an der Schule angekommen wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt und die Ferien haben angefangen.
Alles in allem war es ein echt cooler Trip, es ist echt gut, dass ich so auch mal den australischen Bush kennengelernt, und mal eine ganz andere Landschaft gesehen hab. Außerdem war ich mal so richtig campen und ich hab auch in meinem ganzen Leben noch nie so einen schweren Rucksack geschleppt. Es war eine total schöne Erfahrung, die ich nie vergessen werde :).
















































Liebe Emily, vielen Dank für deinen ausführlichen und sehr bildhaften Bericht. Mit großer Neugier habe ich eure Wanderung verfolgt. Ich beneide dich sehr. Diese Zeit und Erfahrungen kann dir keiner nehmen. Nun ist deine Zeit auch bald um. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.Auf den Bildern ist nichts von Feuer oder Hochwasswe zu sehen. Was bekommt ihr davon mit ?
Lieben Gruß Anke
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